BEM: Unterstützung für Berufstätige mit chronischer Nierenerkrankung

Viele Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung möchten trotz gesundheitlicher Einschränkungen weiterhin aktiv am Berufsleben teilnehmen. Dabei kann das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) eine wichtige Unterstützung sein.
Viele Nierenkranke haben kaum oder keine Ausfallzeiten, sind statistisch gesehen sogar seltener arbeitsunfähig gemeldet als der Durchschnitt.

Doch was genau verbirgt sich hinter dem BEM?

Nach § 167 Abs. 2 Sozialgesetzbuch IX sind Arbeitgeber verpflichtet, Beschäftigten ein Betriebliches Eingliederungsmanagement anzubieten, wenn diese innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Fehlzeiten am Stück oder über mehrere Zeiträume verteilt entstanden sind.

Ziel des BEM ist es, gemeinsam Lösungen zu finden, damit die Arbeitsfähigkeit erhalten bleibt, Ausfallzeiten verringert werden können durch angepasste Arbeitsbedingungen und der Arbeitsplatz langfristig gesichert werden kann. Mögliche Maßnahmen können beispielsweise eine Anpassung der Arbeitszeiten, Veränderungen der Arbeitsorganisation, technische Hilfsmittel oder andere individuelle Unterstützungsangebote sein.

Wichtig zu wissen: Die Teilnahme am BEM ist freiwillig. Beschäftigte entscheiden selbst, ob sie das Angebot annehmen möchten. Gleichzeitig bietet das Verfahren die Chance, frühzeitig Unterstützung zu erhalten und gemeinsam mit dem Arbeitgeber nach geeigneten Lösungen zu suchen.

Gerade für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie einer Niereninsuffizienz oder nach einer Nierentransplantation kann das BEM eine wertvolle Möglichkeit sein, gesundheitliche Belastungen im Berufsalltag besser zu bewältigen. Ziel ist nicht die Kontrolle von Beschäftigten, sondern die Förderung der Gesundheit und die Vermeidung eines Arbeitsplatzverlustes aufgrund von Krankheit.

Auch Arbeitgeber profitieren von einem erfolgreichen BEM. Ihr könnt dabei auf fachliche Beratung und verschiedene Unterstützungsangebote der Rehabilitationsträger und Integrationsämter zurückgreifen.

Unser Tipp: Wenn Euch ein BEM-Gespräch angeboten wird, informiert Euch über Eure Rechte und Möglichkeiten. Ein offener Austausch kann helfen, individuelle Lösungen zu finden und die berufliche Zukunft langfristig zu sichern. Unsere Patientenbegleiter:innen bei der Niere NRW sind für solche Fragen für Euch da!

Kontakt:
Ruth Schwabe                Email: r.schwabe@niere.nrw
Ulrike Feuerhack           Email: u.feuerhack@niere.nrw
Alexander Molls             Email: a.molls@niere.nrw

Auch das Nierentelefon ist eine empfehlenswerte Anlaufstelle (Bundesverband Niere e.V.)
Telefonnummer: 0800 / 248 48 48 (gebührenfrei aus dem deutschen Festnetz)
Sprechzeiten: Jeden Mittwoch von 16:00 bis 18:00 Uhr

Homepage: www.bundesverband-niere.de

Weitere Informationen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement erhalten Betroffene bei ihrem Arbeitgeber, den Integrationsämtern, den Rehabilitationsträgern oder bei den Beratungsstellen der Selbsthilfe.

Wenn vorhanden: Betriebsrat, Personalrat oder Mitarbeitenden Vertretung einbeziehen!

Chronische Erkrankungen müssen nicht das Ende des Berufslebens bedeuten. Das BEM kann helfen, individuelle Lösungen für den Arbeitsalltag zu entwickeln.