Offener Brief an alle Bundestagsabgeordneten zum Thema Widerspruchsregelung

Unabhängig von den unstrittigen Beschlüssen des Bundeskabinetts vom 31.10.2018 (nachzulesen hier) gibt es das ungelöste Problem der  notwendigen grundsätzlichen Änderung der Organspendeerklärung der Bürger.

Natürlich ist es für Betroffene und ihre Angehörige einfacher, die Widerspruchsregelung zu fordern als für Nicht-Betroffene.  Genau deshalb finden sich immer mehr Vereine von Betroffenen, die den (fast immer nicht Betroffenen) Bundestagsabgeordneten, die demnächst darüber abstimmen, signalisieren „Es geht um jahrelanges Leiden, es geht ums Sterben, Ihr könnt helfen, niemand wird gezwungen“. Deshalb hier der Offene Brief.

 

Einfach nur lesenswert! – Vom Geben und Nehmen

Ohne weiteren Einleitungstext. Lesen Sie. Bitte!

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Beide christlichen Kirchen gegen die Widerspruchsregelung

„Keine christliche Verpflichtung zur Organspende“ lautet die Kernbegründung einer Stellungnahme der EKD zum Thema Widerspruchsregelung.

Wir können da nur zustimmen, unser Standpunkt war und ist, dass es keine Verpflichtung für irgendjemanden geben darf, Organe zu spenden oder zu empfangen. Von daher gibt es auch kein Recht auf eine Organspende. Was den Unterschied ausmacht zwischen unserer Sehweise und der Sehweise der beiden Kirchen in Deutschland: Wir halten es für absolut zumutbar, dass jemand einen Widerspruch zur Organspende abgibt, der keine Organe spenden will. Und zusätzlich legen wir sehr viel Wert auf Semantik: Wenn man einen Widerspruch (zur Organspende) abgeben kann, kann von einer möglichen Verpflichtung (zur Organspende) sowieso keine Rede sein.

Pressemitteilung I.G. Niere NRW e.V. vom 23.08.2018

 
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Neuss, 23.08.2018
 
 
Interessengemeinschaft (I.G.) Niere NRW e.V. für die Widerspruchsregelung.
 
Zahl der Organspender im 1. Halbjahr 2018 um 17% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen.
Weitere Steigerung überlebensnotwendig.
 
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) koordiniert die Organspenden in Deutschland. Sie hat die Zahl der Organspender und der gespendeten Organe (jeweils nach Feststellung des unumkehrbaren Ausfalls aller Hirnfunktionen des möglichen Spenders) für das erste Halbjahr 2018 veröffentlicht. 484 Organspender spendeten insgesamt 1.577 Nieren, Lungen, Herzen, Lebern und Dünndärme. 
 
Im Jahr 2017 war die Zahl der Organspender in Deutschland auf einen historischen Tiefstand gefallen. 

Pro 1 Million Bürger sind es in Deutschland knapp 10 Organspender, in Spanien sind es über 40.

 
10.000 Patienten sind auf der Warteliste für eine Organtransplantation. Jeden Tag sterben ca. drei Patienten in Deutschland, weil für sie nicht rechtzeitig ein Organ gefunden wird. Die große Koalition in Berlin plant Maßnahmen, die die Zahl der Organspender erhöhen soll: eine teilweise Freistellung der Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern und eine bessere Vergütung der Krankenhäuser für Transplantationen.
„Diese Maßnahmen sind zielführend, längst überfällig, aber nicht ausreichend.“, sagt Mario Rosa-Bian, Vorstandsmitglied der I.G. Niere NRW e.V. (eine Selbsthilfeorganisation für Nierenkranke) und selbst seit 22 Jahren nierentransplantiert. „Zusätzlich brauchen wir in Deutschland die sog. Widerspruchsregelung wie in 24 anderen Ländern Europas. Sie regelt, dass jeder Bürger Organspender ist, außer: der Bürger hinterlegt einen Widerspruch in ein Register, d.h. er will kein Organspender sein“, erläutert Rosa-Bian. 
 
Zurzeit gilt in Deutschland die sog. erweiterte Zustimmungslösung. Ein Organspender muss zu Lebzeiten explizit einer Organspende zugestimmt haben oder die Angehörigen stimmen zu. „Da sich viele Menschen nicht mit ihrem Tod auseinandersetzen wollen, treffen sie auch keine Entscheidung für eine Organspende“ ergänzt Rosa-Bian. Forderungen nach Einführung einer sog. Entscheidungslösung erteilt die I.G. Niere NRW e.V. eine Absage. „Wir glauben nicht, dass es Sinn macht, Menschen zu einer Entscheidung zu zwingen, im Zweifel entscheiden sie sich gegen eine Organspende. Wir wollen es einfach und effektiv im Sinne der Patienten und ihrer Angehörigen. Jeder möchte doch für die herz- oder leberkranke Tochter oder den Ehepartner die bestmögliche Therapie, und das ist für 10.000 Patienten eine Transplantation“, schließt Rosa-Bian.
 
Die I.G. Niere NRW e.V. ist innerhalb des Bundesverbandes Niere e.V. der Landesverband für NRW und Mitglied im Netzwerk Organspende NRW, im Paritätischen NRWLAG SB NRW und im Hilfsfonds Dialyseferien e.V..
 
Mit der Bitte um Kenntnisnahme und Veröffentlichung.
Vielen Dank!
 
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Mario Rosa-Bian
Vorstandsmitglied I.G. Niere NRW e.V., Kommunikation
Mobil: 0160-96347201

 

Wie gut kann eine Zusammenfassung sein?

Kann man die Argumente pro Widerspruchsregelung besser zusammenfassen als das Urologenportal der Deutschen Gesellschaft für Urologie?

Wir finden diese Zusammenfassung auf jeden Fall sehr gut und deshalb verlinken wir sie hier.

Presseerklärung Netzwerk Organspende

Die aktuelle, dramatische Entwicklung der Organspenderzahlen in Deutschland, speziell in NRW, hat das Netzwerk Organspende zu einer Presseerklärung veranlasst, die hier eingesehen werden kann. Damit kann das Problem zwar akut nicht gelöst werden, zeigt aber den Mehrwert und die Absichten des Netzwerkes.

Göttinger Transplantationsskandal

Der Bundesgerichtshof bestätigt den Freispruch des angeklagten Chirurgen.

Ob der Freispruch den Wartenden nützt?

Hier der Bericht aus dem Ärzteblatt.