Prof. Bernhard Banas bewertet den Teilbereich „Organspende/ Transplantationen“ der deutschen Gesundheitspolitik. Profund, klar, kompetent. Wann werden deutsche Parlamentarier aufwachen: Erst, wenn sie selbst betroffen sind?
Seit dem 12.10.2023 ist eine 4-teilige Dokumentation zu „unserem Thema Nr. 1“ in der ARD-Mediathek zu sehen.
Es werden u.A. auch zwei Vorstandsmitglieder der I.G. Niere NRW e.V. zu hören und zu sehen sein.
Darüberhinaus werden in der Dokumentation neue Wege aufgezeigt, wie das Transplantationsgesetz verändert werden könnte, um das tägliche Leid und Sterben der Wartepatienten zu reduzieren.
Und hier geht es direkt in die ARD-Mediathek zur Dokumentation.
Eine kleine Bewertung des Ärzteblatts.
Und ein Kommentar eines ehemaligen Mitglieds des Deutschen Ethikrats dazu.
Wenn wir könnten wie wir wollten, würden wir diesen Bericht zu einer Pflichtveranstaltung für alle Bundestagsabgeordneten machen. Dann könnten sie sehen und hoffentlich verstehen, was wie zu regeln ist in Deutschland, damit nicht ca. 1.000 Patienten im Jahr auf der Warteliste versterben.
Lesen Sie selbst, weiter unten können Sie die eindrucksvolle Reportage sehen.
…wird gut beschrieben in diesem Artikel der Frankfurter Rundschau vom 21.07.2023.
Wir können nur hoffen, dass der Tunnel nicht immer weiter verlängert werden wird, und zwar von der Grünen Partei im Allgemeinen und von ihrer Gesundheitspolitikerin Kirsten Kapiert-Gonther im Besonderen (s. Artikel).
Die de-facto-Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestages ist dem Autor persönlich bekannt und erscheint ihm auch in Bezug auf die „angenommene Zustimmung“ (aka Widerspruchsregelung) als beratungsresistent und in diesem Sinne als eine potenzielle Gefahr für alle Wartelistenpatienten.
… das Buch, das ich gerade lese.
Ich habe es noch nicht zu Ende gelesen, möchte es jedoch schon nach der Hälfte meiner Lektüre jedem Besucher unserer Seite empfehlen, weil ich finde, dass so ein Sachbuch geschrieben werden muss: Zu Beginn werden Begriffe geklärt und die Reputation und Motivation des Autors dargestellt und in die Thematik glasklar eingeführt.
Sie finden die Inhaltsangabe (und alle anderen Angaben) auf den Seiten des Organspende-Wiki von Pater Klaus Schäfer. Demnächst mehr davon….
Es ist an der Zeit!
Nicht nur das Fehlen der Widerspruchsregelung erklärt die viel zu niedrige Zahl der Organspender.
Die sog. „Entnahmekrankenhäuser“ haben ebenfalls einen großen Anteil am Missstand.
Lesen Sie die Hintergründe.
…aus Belgien, das die Thematik der Wartezeit für eine Organtransplantation aus einer etwas anderen Sicht darstellt.
Die Befragten warten auf die Eröffnung des APPLE-stores in Brüssel.
Hier geht es zum Video.
Wir alle kämpfen nahezu jeden Tag des Jahres um Aufmerksamkeit bei den Medien und bei den Politikern für unser gemeinsames Anliegen. Zum Tag der Organspende bekommen wir diese Aufmerksamkeit geschenkt. Auf Basis unseres offenen Briefes vom 1.3.2023 an das BMG, alle Gesundheitsminister und alle MdB lesen Sie bitte die Pressemitteilung des Bündnisses ProTransplant (bei dem auch wir Mitglied sind) zum Tag der Organspende am 3.6.2023.
… Nachteile diese für viele Organwartepatienten haben könnte.
Hier wird das Verfahren beschrieben, wie es in vielen unserer Nachbarländern funktioniert.
Am 26.4.2023 fand eine Anhörung im Bundestag bzw. im Gesundheitsausschuss des BT, dazu statt. Fast alle Sachverständigen sprachen sich für die Über-Kreuz-Lebendspende aus. Hier geht es zur Aufzeichnung der Anhörung. (auf das untere Foto klicken)
Hier der zugehörige Artikel aus dem Ärzteblatt.
Es scheint also so zu sein, dass Überkreuz-Lebendspenden bald in Deutschland ermöglicht werden. Wir sehen das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der Vorteil wäre eine leichte Steigerung der Nierentransplantationen (Prof. Budde von der Charité spricht von „bis zu 150 möglichen Empfängern“); wir sehen den Nachteil, dass die Politik wieder einen Grund finden wird, uns zu sagen:
„Jetzt wartet doch mal ein paar Jahre, dann evaluieren wir das, dann sehen wir weiter. Eine Angenommene Zustimmung oder auch Widerspruchsregelung genannt, wollen wir erst mal nicht.“
Und die Angenommene Zustimmung würde zu erheblich mehr Organspenden führen. Aber das sagten und schrieben wir schon einige Dutzend Male….
Unter dem Strich bleiben bei uns Zweifel, ob es richtig ist, zuerst diesen Teil-Aspekt des Organmangels zu bearbeiten. Immerhin gibt es Risiken für die Spender. Würde man zuerst die Angenommene Zustimmung einführen, gäbe es erst mal keine Risiken für die potenziellen Lebendspender.
*sog. „Rohrkrepierer-Gesetz“
Unser Offener Brief vom 01.03.2023 an alle MdB wurde u.A. wie folgt beantwortet, sinngemäß:
Nun warten Sie bitte ab, bis das am 16.01.2020 vom Bundestag beschlossene ‚Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende‘ seine Wirkung entfaltet.
Die Wartezeiten für eine Niere liegen in Deutschland mittlerweile bei ca. neun Jahren. In Spanien warten Patienten ca. ein Jahr, in Österreich ca. 14 Monate (nach auf-die Warteliste-kommen).
Das o.g. Gesetz vom 16.01.2020 beinhaltet u.A. den
c) also könnten sich max. 4,96 Mio. Bürger in das Register eintragen.
Das ist die Zahl der theoretisch möglichen Organspender auf Basis des neuen Registers, immer vorausgesetzt, es gäbe nur Zustimmungen für die Organspende (was extrem unwahrscheinlich ist). Höchstwahrscheinlich sind es im Endeffekt genau die Menschen, die sowieso schon jetzt einen Organspendeausweis besitzen; es ist davon auszugehen, dass die Zahl der zusätzlichen, potenziellen Organspender im niedrigen zweistelligen Bereich liegt.
Soviel zur Mathematik und Soziologie.
Fazit: Das „Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende“ wird nicht wirken, weil es offensichtlich aus juristischer, fachverwaltungstechnischer, arbeitsprozessuraler (kommunaler) und soziologisch-mathematischer Sicht nicht zu Ende gedacht ist.
Was wünschen wir uns?
Dass die Politiker im Bundestag souverän sind und ihre Fehlentscheidung von 2020 erkennen und diese revidieren.
Das Bündnis ProTransplant* hat heute einen Offenen Brief an die deutschen Gesundheitsminister und alle MdBs veröffentlicht. Der Brief wird am 1.3.2023 in Berlin im Bundesgesundheitsministerium übergeben.
*Hinter dem link finden Sie alle Informationen.